Wärmelast-Rechner (Heizlast)

Heizlast für Schweizer Gebäude berechnen — Überschlag, raumweise Berechnung und Sanierungsvergleich mit Wärmepumpen-Empfehlung.

Von der Redaktion darlehenrechner.ch · Aktualisiert: 16. April 2026

Schnellrechner Schnelle Schatzung
Energiebezugsfläche (EBF) nach SIA 416
Spezifische Heizlast?Normheizlast nach SIA 384.201 — Wärmebedarf pro m² bei Normaussen-temperatur70 W/m²
Benötigte Heizleistung?Maximale Heizleistung für den kältesten Tag. Basis für die WP-Dimensionierung.10.5 kW
Empfohlene WärmepumpeSole-Wasser-WP (10–15 kW) oder grosse Luft-WP
Volllaststunden/Jahr (Region)?Stunden pro Jahr, in denen die Heizung unter Volllast läuft1'800 h/Jahr
Jahreswärmebedarf (Schätzung)?Näherungswert: Heizleistung × Volllaststunden. Ohne Warmwasser und Lüftung.18'900 kWh/Jahr
Heizenergie pro m² / Jahr?Energiebezugsgrösse für GEAK-Berechnung. Minergie-Standard: <40 kWh/(m²·a)126 kWh/(m²·a)

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Heizlast berechnen — die Grundlage für Wärmepumpen

Die Heizlast (Normheizlast nach SIA 384.201) ist die maximale Wärmeleistung, die ein Gebäude bei der Normaussentemperatur benötigt. Sie ist die Grundlage für die Dimensionierung jeder Heizanlage — besonders der Wärmepumpe.

Heizlast (W) = Beheizte Fläche (m²) × Spezifische Heizlast (W/m²) Heizlast (kW) = Heizlast (W) ÷ 1000 Beispiel: 180 m² × 70 W/m² = 12600 W = 12,6 kW → Empfehlung: Luft-Wasser-WP 12–14 kW

Spezifische Heizlasten Schweizer Gebäude

Altbau vor 1970, ungedämmt: 100–120 W/m²
Teilsaniert (1970–1985): 80–100 W/m²
Energetisch saniert (1985–2000): 50–70 W/m²
Neubau nach MuKEn (2000–2010): 35–55 W/m²
Minergie-Standard: 20–35 W/m²
Minergie-P / Passivhaus: 10–20 W/m²

Klimaregionen und Normaussentemperaturen

Die SIA 381/2 definiert Klimadaten für Schweizer Gemeinden. Die Normaussentemperatur (NAT) ist entscheidend für die Heizlastberechnung:

Mittelland (ZH, BE, AG, LU): NAT –8°C bis –10°C | 1800 Volllaststunden
Voralpen (FR, ZG, SZ): NAT –10°C bis –12°C | 2100 Volllaststunden
Alpen (GR, VS, UR): NAT –12°C bis –16°C | 2500 Volllaststunden
Tessin: NAT –5°C bis –7°C | 1500 Volllaststunden (mildes Klima)

Förderung für Wärmepumpen in der Schweiz

Für den Einbau einer Wärmepumpe gibt es in der Schweiz verschiedene Förderprogramme. Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen (EnAW) fördert Heizungsersatz und Gebäudehülle. Die Förderbeiträge variieren je nach Kanton und Anlagetyp: Luft-Wasser-WP bis CHF 3000, Sole-Wasser-WP bis CHF 6000 oder mehr. Zusätzlich gibt es steuerliche Abzüge für energetische Sanierungen.

Häufige Fragen

Die Heizlast ist die maximale Wärmeleistung, die Ihr Gebäude am kältesten Tag des Jahres benötigt. Sie ist massgebend für die Dimensionierung der Wärmepumpe: Zu kleine WP kann das Haus nicht ausreichend heizen, zu grosse WP taktet häufig und läuft ineffizient.

Als Faustregel: Heizlast (kW) ± 20% für die WP-Nennleistung. Für ein 150 m² Einfamilienhaus (teilsaniert, 70 W/m²) ergibt sich ~10,5 kW Heizlast → WP 10–12 kW empfohlen. Lassen Sie die Dimensionierung immer durch einen Heizungsplaner nach SIA 384 verifizieren.

Volllaststunden (h/Jahr) geben an, wie viele Stunden die Heizanlage unter Volllast laufen müsste, um den gesamten Jahreswärmebedarf zu decken. Im Mittelland: ca. 1800 h, in den Alpen: 2500 h. Jahreswärmebedarf (kWh) = Heizleistung (kW) × Volllaststunden.

Eine Sanierung lohnt sich sowohl energetisch als auch wirtschaftlich, wenn die Energieeinsparung die Investition über 15–25 Jahre amortisiert. Bei alten Öl-/Gasheizungen und hohen Energiepreisen ist die Wirtschaftlichkeit meist gegeben. Förderprogramme von Bund und Kantonen (Gebäudeprogramm) verbessern die Wirtschaftlichkeit erheblich.

kWh/(m²·a) ist der Jahreswärmebedarf pro Quadratmeter. Altbau: 150–200, teilsaniert: 80–120, gut saniert: 40–70, Minergie: unter 40. Dieser Wert steht auch im GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) und ist Grundlage für Förderanträge.

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Raumweise Heizlast-Verteilung

W/m²
30 W/m² Neubau | 70 W/m² teilsaniert | 120 W/m² Altbau

Heizlast pro Raum [kW]:

Wohnzimmer (30 m²)2.1 kW
Schlafzimmer (20 m²)1.26 kW
Bad (8 m²)0.73 kW
Küche (15 m²)1.05 kW
Flur (10 m²)0.42 kW
Gesamte Heizleistung5.6 kW
Gesamtfläche83
Grösster Raum (Heizlast)Wohnzimmer
WP-EmpfehlungLuft-WP 6–8 kW
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SIA 384.201 Norm vs. Überschlag + Sanierungsvarianten

h
Rp./kWh
Rp./kWh
SIA 384.201 Normwerte — 1946–1975:
U-Wert Wand: 1 W/(m²K)
U-Wert Dach: 0.8 W/(m²K)
U-Wert Fenster: 2.5 W/(m²K)
U-Wert Boden: 0.6 W/(m²K)
Heizlast: 90 W/m²
SIA-Norm Heizlast: 14.4 kW
Überschlag: 13 kW (Differenz: 1.44 kW)
Jahresenergie: 25'920 kWh

Sanierungsvarianten — Heizlast nach Massnahme:

Keine Sanierung14.4 kW | CHF 3'110/J.
Dachdämmung + Fenster11.2 kW | CHF 2'419/J.
Fassade + Dach + Fenster7.2 kW | CHF 1'555/J.
Vollsanierung + WP Luft4 kW | CHF 672/J.
MINERGIE-Sanierung + WP Sole1.6 kW | CHF 179/J.
VarianteInvest. nettoHeizkosten/J.Einspar./J.Amortis.
Keine SanierungCHF 3'110
Dachdämmung + FensterCHF 22'000CHF 2'419CHF 69131.8 J.
Fassade + Dach + FensterCHF 52'000CHF 1'555CHF 1'55533.4 J.
Vollsanierung + WP LuftCHF 70'000CHF 672CHF 2'43828.7 J.
MINERGIE-Sanierung + WP SoleCHF 105'000CHF 179CHF 2'93135.8 J.
Datenquellen: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV), Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Nationalbank (SNB), Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Stand: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — Haftungsausschluss.

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