Abschreibungsrechner Schweiz
Steuerliche Abschreibung (AfA) für Schweizer Unternehmen — linear, degressiv und im Vergleich. ESTV-konforme Sätze 2026.
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So benutzen Sie den Abschreibungsrechner
Wählen Sie zwischen drei Tabs: Linear berechnet gleichmässige Jahresraten über die Nutzungsdauer. Degressiv wendet die ESTV-Abschreibungssätze auf den Restbuchwert an. Vergleich zeigt beide Methoden nebeneinander und berechnet den Liquiditätsvorteil.
Geben Sie den Anschaffungspreis (ohne MWST, falls vorsteuerabzugsberechtigt) und den Grenzsteuersatz Ihres Unternehmens ein. Für GmbH und AG liegt dieser typischerweise bei 12–20 % (je nach Kanton). Bei Einzelfirmen gilt der persönliche Grenzsteuersatz.
ESTV-Abschreibungssätze Schweiz 2026
Die ESTV (Eidgenössische Steuerverwaltung) veröffentlicht in der Wegleitung für Gewinnsteuern Richtwerte für die degressive Abschreibung. Diese sind in der Praxis breit anerkannt:
| Anlagekategorie | Degressiver Satz | Lineare Nutzungsdauer (ca.) |
|---|---|---|
| PCs, Software, Drucker | 40 % | 3 Jahre |
| Mobiliar, Büroeinrichtungen | 25 % | 5–8 Jahre |
| Fahrzeuge, Maschinen | 40 % | 4–6 Jahre |
| Gewerblich genutzte Gebäude | 4 % | 25–40 Jahre |
| Wohngebäude | 2 % | 40–60 Jahre |
| Werkzeuge, Apparate | 25 % | 5–8 Jahre |
| Immaterielle Werte (Goodwill) | 40 % | 3–5 Jahre |
Quelle: ESTV Wegleitung Gewinnsteuer. Kantone können abweichende Sätze akzeptieren. Im Zweifel immer den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung konsultieren.
Rechenbeispiel: PC CHF 3000 — Linear vs. Degressiv
Annahmen: PC, Anschaffungskosten CHF 3000, Grenzsteuersatz 18 %
| Jahr | Linear (AfA CHF 1000/J.) | Degressiv (40 % vom RW) |
|---|---|---|
| Jahr 1 | AfA CHF 1000 / RW CHF 2000 | AfA CHF 1200 / RW CHF 1800 |
| Jahr 2 | AfA CHF 1000 / RW CHF 1000 | AfA CHF 720 / RW CHF 1080 |
| Jahr 3 | AfA CHF 1000 / RW CHF 0 | AfA CHF 432 / RW CHF 648 |
Steuerersparnis Jahr 1: Linear CHF 180 / Degressiv CHF 216 — Differenz CHF 36 (Liquiditätsvorteil im ersten Jahr).
Anlagenportfolio
Abschreibung pro Jahr (gestapelt):
Abschreibung und Schweizer Steuerrecht
In der Schweiz orientiert sich die steuerliche Abschreibung grundsätzlich am Handelsrecht (OR). Art. 960a OR schreibt vor, dass Aktiven höchstens zum Anschaffungswert bewertet werden dürfen und angemessen abzuschreiben sind. Die ESTV-Sätze sind Richtwerte — steuerlich akzeptiert die Verwaltung in der Regel alles innerhalb dieser Bandbreiten.
Besonderheit Immobilien: Bei Gebäuden muss zwischen Boden (nicht abschreibbar) und Gebäude (abschreibbar) unterschieden werden. Typische Verteilung: 20–30 % Boden, 70–80 % Gebäude.
Einzel- vs. Pauschalabschreibung: Bei vielen gleichartigen Gütern (z.B. Bürostühle) ist eine Pauschalabschreibung auf den Gesamtbestand möglich. Dies vereinfacht die Buchhaltung.
Jahresweise Abschreibungstabelle mit Steuereffekt
Buchwert-Verlauf: Degressiv (blau) vs. Linear (grau)
| Jahr | Buchwert Anfang | AfA Deg. | AfA Lin. | Steuer Deg. | Steuer Lin. | Vorteil Deg. | Buchwert Ende Deg. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | CHF 80'000 | CHF 32'000 | CHF 16'000 | CHF 5'760 | CHF 2'880 | +CHF 2'880 | CHF 48'000 |
| 2 | CHF 48'000 | CHF 19'200 | CHF 16'000 | CHF 3'456 | CHF 2'880 | +CHF 576 | CHF 28'800 |
| 3 | CHF 28'800 | CHF 11'520 | CHF 16'000 | CHF 2'074 | CHF 2'880 | CHF-806 | CHF 17'280 |
| 4 | CHF 17'280 | CHF 6'912 | CHF 16'000 | CHF 1'244 | CHF 2'880 | CHF-1'636 | CHF 10'368 |
| 5 | CHF 10'368 | CHF 4'147 | CHF 16'000 | CHF 746 | CHF 2'880 | CHF-2'134 | CHF 6'221 |
Quelle: ESTV Wegleitung zur direkten Bundessteuer. Kantone können abweichende Sätze akzeptieren.
Häufige Fragen zur Abschreibung
Die ESTV legt folgende degressive Sätze fest: PCs/Software 40 %, Mobiliar 25 %, Fahrzeuge 40 %, Gewerbegebäude 4 %, Wohngebäude 2 %, immaterielle Werte 40 %. Diese Sätze gelten als steuerlich anerkannt.
Linear: Gleichmässige Jahresraten (Anschaffungswert / Nutzungsdauer). Degressiv: Prozentualer Abzug vom Restbuchwert — höhere Raten in frühen Jahren, sinkend mit der Zeit. Beide Methoden führen zur gleichen Gesamtabschreibung, aber unterschiedlichen Zeitpunkten des Steuervorteils.
Geringwertige Wirtschaftsgüter bis ca. CHF 1000–1500 (je nach Unternehmen und Kanton) können sofort als Aufwand verbucht werden. Höherwertige Güter müssen aktiviert und planmässig abgeschrieben werden. Bei Sammelgegenständen (z.B. Bürostuhl-Bestand) gilt der Gesamtwert.
Grundsätzlich ja. Einzelfirmen und Personengesellschaften wenden dieselben ESTV-Sätze an. Der Unterschied liegt beim Steuersatz: Bei Einzelfirmen gilt der persönliche Einkommenssteuersatz (inkl. AHV ca. 30–45 %), bei GmbH/AG der Gewinnsteuersatz (ca. 12–20 %).
Wenn der Verkaufserlös den Restbuchwert übersteigt, entsteht ein steuerpflichtiger Liquidationsgewinn. Liegt der Erlös unter dem Buchwert, entsteht ein Buchverlust, der den Gewinn mindert. Bei Immobilien fällt zudem die Grundstückgewinnsteuer an.