U-Wert-Rechner Schweiz
U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) nach ISO 6946 berechnen — GEAK-Klasse, MuKEn-Anforderungen und Sanierungsempfehlung für die Schweiz.
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So verwenden Sie den U-Wert-Rechner
Zwei Berechnungsmethoden:
- Schichtaufbau: Geben Sie bis zu 3 Schichten mit Wärmeleitfähigkeit (λ in W/mK) und Dicke (cm) ein. Für bekannte Konstruktionen aus Bauplänen.
- Gebäudetyp-Preset: Wählen Sie Ihren Gebäudetyp (Altbau/Neubau/Minergie) für eine typische U-Wert-Schätzung ohne detaillierte Daten.
Die Wärmeleitfähigkeit λ finden Sie auf dem Produktdatenblatt Ihres Dämmmaterials oder in der unten stehenden Materialtabelle.
Berechnungsformel nach ISO 6946
Wärmeleitfähigkeit λ wichtiger Baustoffe (W/mK)
- Mineralwolle / Glaswolle: 0.035 W/mK
- EPS (Styropor): 0.036 W/mK
- XPS (Styrodur): 0.034 W/mK
- PUR/PIR-Schaum: 0.025 W/mK
- Holzfaserplatten: 0.040 W/mK
- Normalbeton: 2.10 W/mK
- Vollziegel: 0.60 W/mK
- Kalksandstein: 0.99 W/mK
- Gips / Gipskarton: 0.25 W/mK
Dämmmaterialien im Vergleich
Wie beeinflusst die Wahl des Dämmmaterials und die Dicke den U-Wert — interaktiver Materialvergleich.
U-Wert nach Dämmmaterial und Dämmdicke (Basis: 25 cm Ziegel)
Klicken zum Hervorheben. Basis: 25 cm Ziegel (λ=0.60). Inkl. Oberflächenwiderstände Rsi=0.13, Rse=0.04 (ISO 6946). Gelbe Linie = MuKEn 2014 Grenzwert Neubau (Aussenwand).
Materialvergleich bei 14 cm Dämmdicke
| Material | λ (W/mK) | U-Wert | GEAK | MuKEn |
|---|---|---|---|---|
| PUR/PIR-Schaum | 0.025 | 0.162 | B | Ja |
| XPS (Styrodur) | 0.034 | 0.213 | C | Nein |
| Mineralwolle | 0.035 | 0.218 | C | Nein |
| EPS (Styropor) | 0.036 | 0.223 | C | Nein |
| Zellulose | 0.038 | 0.234 | C | Nein |
| Holzfaser | 0.04 | 0.245 | C | Nein |
MuKEn 2014: Schweizer Mindestanforderungen
Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) werden periodisch aktualisiert. Die Version 2014 ist in den meisten Kantonen gültig. Wichtigste Grenzwerte:
- Neubau Aussenwand: ≤ 0.17 W/(m²K)
- Neubau Dach/Decke: ≤ 0.14 W/(m²K)
- Neubau Bodenplatte: ≤ 0.14 W/(m²K)
- Sanierung Aussenwand: ≤ 0.25 W/(m²K)
- Fenster (Neubau): ≤ 0.80 W/(m²K) (Uw-Wert)
Rechenbeispiel: Altbau-Aussenwand mit Nachdämmung
R = 0.13 + (0.25/0.60) + 0.04 = 0.13 + 0.417 + 0.04 = 0.587 m²K/W
U = 1/0.587 = 1.70 W/(m²K) → GEAK G (sehr schlecht)
Mit 14 cm Mineralwolle (λ=0.035) als WDVS:
R = 0.13 + 0.417 + (0.14/0.035) + 0.04 = 0.587 + 4.0 = 4.587 m²K/W
U = 1/4.587 = 0.218 W/(m²K) → GEAK C, fast MuKEn-konform
Mit 16 cm Mineralwolle (λ=0.035):
U ≈ 0.193 W/(m²K) → Sanierungsgrenzwert MuKEn ≤ 0.25 erreicht
U-Wert Profi-Analyse
Mehrschicht-Aufbau, Sanierungskosten-Rendite und GEAK-Szenarien im Detail.
| Schicht (innen → aussen) | Material | λ (W/mK) | Dicke (cm) | R (m²K/W) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Innenoberfläche Rsi = 0.13 m²K/W | 0.130 | ||||
| Schicht 1 | 0.029 | ||||
| Schicht 2 | 0.417 | ||||
| Schicht 3 | 3.429 | ||||
| Aussenoberfläche Rse = 0.04 m²K/W | 0.040 | ||||
Häufige Fragen zum U-Wert-Rechner
λ (Lambda) = Wärmeleitfähigkeit des Materials in W/(mK) — eine Materialeigenschaft, unabhängig von der Dicke. R-Wert = thermischer Widerstand = d/λ — abhängig von Dicke und Material. U-Wert = 1/R_gesamt — der Gesamtwärmedurchgang des ganzen Bauteils inkl. Oberflächenwiderstände. Kleiner U-Wert = bessere Dämmung.
Faustregel für eine Altbau-Aussenwand (25 cm Ziegel, U≈1.7): Für MuKEn-Neubaustandard (U≤0.17) benötigen Sie ca. 18–22 cm Mineralwolle oder EPS. Für Sanierungsstandard (U≤0.25): ca. 12–14 cm. Mit höherwertigen Dämmstoffen (PUR, λ=0.025) kann die Dicke um 30% reduziert werden, bei höherem Materialpreis.
Der GEAK ist seit 2024 beim Verkauf von Wohngebäuden in mehreren Kantonen (ZH, BE, GE u.a.) obligatorisch. Er dokumentiert den energetischen Zustand und beeinflusst zunehmend den Immobilienwert — bessere GEAK-Klassen können den Verkaufspreis erhöhen und erleichtern die Hypothekenvergabe (Grüne Hypothek, ggf. 0.1–0.2% Zinsrabatt). Kosten GEAK: ca. CHF 400–800 (Kurzversion).
In den meisten Schweizer Kantonen sind Fassadendämmungen (WDVS bis 20 cm Mehrdicke) baubewilligungsfrei, sofern keine Gebäudeflächengrenzen, Grenzabstandsvorschriften oder Denkmalschutzauflagen verletzt werden. Grenzregeln variieren kantonal — prüfen Sie immer bei Ihrer Gemeindeverwaltung. Die Förderanträge beim Gebäudeprogramm müssen vor Baubeginn eingereicht werden.