Unternehmensbewertung Rechner Schweiz
Berechnen Sie den Wert Ihres KMU nach der Schweizer Praktikermethode (ESTV), DCF und Marktvergleich — ideal für Nachfolge, Kauf oder Verkauf eines Unternehmens.
✓ Kostenlos · Keine Registrierung · Berechnung lokal im Browser · Keine Daten gespeichert
So verwenden Sie den Unternehmensbewertung-Rechner
Der Rechner bietet drei Bewertungsmethoden, die in der Schweizer Praxis am häufigsten eingesetzt werden. Für eine belastbare Bewertung empfiehlt es sich, alle drei Methoden zu berechnen und die Ergebnisse zu vergleichen.
- Tab "Praktikermethode": Geben Sie den nachhaltigen Jahresgewinn (Durchschnitt 3 Jahre), das Eigenkapital und den Kapitalisierungszins ein. Die ESTV empfiehlt 7–9% für Schweizer KMU.
- Tab "DCF vereinfacht": Ermitteln Sie den Barwert zukünftiger Free Cashflows. Geeignet für wachstumsstarke Unternehmen mit planbaren Cashflows.
- Tab "Marktvergleich": Vergleichen Sie mit branchenüblichen EBITDA- und Umsatzmultiplikatoren aus Schweizer M&A-Transaktionen.
Die Praktikermethode — Schweizer Standard
Standardformel (2:1):
Unternehmenswert = (2 × Ertragswert + 1 × Substanzwert) / 3
Ertragswert:
Ertragswert = Nachhaltiger Jahresgewinn / Kapitalisierungszins
Beispiel: Gewinn CHF 150000, Eigenkapital CHF 500000, Kzins 7%
Ertragswert = 150000 / 0.07 = CHF 2142857
Unternehmenswert = (2 × 2142857 + 500000) / 3 = CHF 1595238
Rechenbeispiel: Maschinenbauunternehmen Zürich
Ausgangslage:
- Jahresumsatz: CHF 3.5 Mio.
- Nachhaltiger Jahresgewinn (Ø): CHF 280000
- EBITDA: CHF 420000
- Eigenkapital: CHF 1.2 Mio. (bereinigt)
- Kapitalisierungszins: 8%
Bewertungsergebnisse:
- Ertragswert: CHF 3.5 Mio.
- Praktikermethode (2:1): CHF 2.73 Mio.
- EBITDA-Methode (5–8x): CHF 2.1–3.36 Mio.
- Indikative Bandbreite: CHF 2.3–3.1 Mio.
Bewertungsanlässe in der Schweiz
Eine Unternehmensbewertung ist in verschiedenen Situationen relevant:
- Nachfolgeregelung: Rund 70000 Schweizer KMU suchen jährlich eine Nachfolgelösung (SECO). Die Praktikermethode ist dabei das am häufigsten verwendete Verfahren.
- Steuerliche Erbschaft: Die ESTV verwendet die Praktikermethode für die Bewertung nicht kotierter Aktien bei Erbschaft und Schenkung.
- Beteiligungsverkauf: Beim Kauf oder Verkauf von Unternehmensanteilen dient die Bewertung als Verhandlungsbasis.
- Bankfinanzierung: Kantonalbanken, Raiffeisen und UBS verlangen bei Akquisitionsfinanzierungen eine belastbare Bewertung.
Inhaberabhängigkeit als Wertfaktor
Bei Schweizer KMU ist die Inhaberabhängigkeit ein wesentlicher Wertfaktor. Wenn der Unternehmenserfolg stark vom Know-how, den Kundenkontakten oder dem Ansehen des Inhabers abhängt, werden Käufer einen Abschlag von 10–30% auf den Unternehmenswert einfordern. Eine sorgfältige Nachfolgeplanung mit Übergangszeitraum kann diesen Abschlag minimieren.
Beratung und Weiterführende Ressourcen
Für eine professionelle Unternehmensbewertung empfehlen sich zugelassene Revisoren (RAB), Treuhänder (EXPERTsuisse) oder spezialisierte M&A-Berater. Das SECO-Programm KMU-Next bietet geförderte Erstberatung zur Nachfolge. Informationen unter kmu.admin.ch.
Häufige Fragen zur Unternehmensbewertung
Die Praktikermethode ist die von der ESTV empfohlene Standard-Bewertungsmethode für Schweizer KMU. Formel: (2 × Ertragswert + 1 × Substanzwert) / 3. Der Ertragswert = Jahresgewinn / Kapitalisierungszins (7–9%). Der Substanzwert entspricht dem bereinigten Eigenkapital aus der Bilanz.
Die ESTV empfiehlt 7–9% für typische Schweizer KMU. Der Zinssatz setzt sich zusammen aus einem risikofreien Zinssatz (ca. 1–2%) plus einem Risikozuschlag von 5–7%. Technologieunternehmen rechtfertigen tiefere Zinssätze, personalabhängige Betriebe höhere.
Der Enterprise Value ist der Gesamtunternehmenswert für alle Kapitalgeber. Der Equity Value ist der Wert für die Eigentümer: Enterprise Value minus Nettoschulden. Beim Firmenkauf zahlt der Käufer den Equity Value, übernimmt aber auch die bestehenden Schulden.
Typische Schweizer EBITDA-Multiplikatoren: Dienstleistungen 4–6x, Handel 3–5x, Produktion 5–8x, Technologie 6–12x, Gastgewerbe 3–4x. Kleinbetriebe mit starker Inhaberabhängigkeit erhalten oft einen Abschlag von 20–30%.
Anlaufstellen: KMU-Next (kmunext.ch) für kostenlose Erstberatung, Kantonalbanken für M&A-Begleitung, SECO-Beraterpool (kmu.admin.ch) für geförderte Beratung. Für grössere Transaktionen empfehlen sich Treuhänder (EXPERTsuisse) oder spezialisierte M&A-Berater.