Renditeliegenschaft-Rechner Schweiz

Renditeliegenschaft analysieren: Brutto/Netto-Mietrendite, Cashflow, Eigenkapitalrendite und Debt Coverage Ratio für Mehrfamilienhäuser und Anlageimmobilien in der Schweiz.

Von der Redaktion darlehenrechner.ch · Aktualisiert: 16. April 2026

CHF
Kaufpreis des Mehrfamilienhauses.
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Notar, Grundbuch, Handänderungssteuer, Makler: ca. 2–4% des Kaufpreises.
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Summe aller Jahresmieten (Soll-Miete, 100% Belegung).
%
Schweizer Durchschnitt: 1–3%. Je nach Region und Marktlage.
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Hausverwaltung: ca. 4–6% der Nettomieteinnahmen.
CHF
Richtwert: ca. 0,5–1% des Liegenschaftswerts pro Jahr.
CHF
Gebäudeversicherung, Haftpflicht.
Bruttorendite?Jahresmiete (Soll) ÷ Gesamtinvestition.4,66 %
Nettorendite?Nettomieteinnahmen (nach Leerstand + Betriebskosten) ÷ Gesamtinvestition.3,70 %
BewertungAkzeptabel (3–4%)
Sollmiete brutto p.a.CHF 144'000
Leerstand (3%)-CHF 4'320
Betriebskosten (18 % der Miete)-CHF 25'200
Nettomieteinnahmen p.a.CHF 114'480
GesamtinvestitionCHF 3'090'000

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Renditeliegenschaft Schweiz — Mehrfamilienhaus als Investment

Renditeliegenschaften — insbesondere Mehrfamilienhäuser (MFH) — gelten in der Schweiz als solide Kapitalanlage. Stabile Mieteinnahmen, Inflationsschutz und langfristige Wertsteigerung machen sie für private und institutionelle Investoren attraktiv.

Die Analyse einer Renditeliegenschaft umfasst mehrere Kennzahlen: Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Cashflow, Eigenkapitalrendite (ROE) und Debt Coverage Ratio (DCR). Nur wer alle Faktoren kennt, kann eine fundierte Investitionsentscheidung treffen.

Kennzahlen im Überblick — Formeln und Richtwerte

Bruttomietrendite

Bruttorendite = (Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis) × 100%

Richtwert: 4–6% (je nach Region und Objektqualität)

Nettomietrendite

Nettorendite = ((Mieteinnahmen − Betriebskosten) ÷ Kaufpreis) × 100%

Betriebskosten umfassen: Leerstand, Unterhalt, Verwaltung, Versicherungen, Steuern

Eigenkapitalrendite (ROE)

ROE = (Cashflow nach Schuldendienst ÷ Eigenkapital) × 100%

Durch Fremdfinanzierung (Leverage) kann die EK-Rendite deutlich über der Objektrendite liegen — solange der Hypothekarzins tiefer ist als die Objektrendite.

Debt Coverage Ratio (DCR)

DCR = Nettomieteinnahmen ÷ (Hypothekarzins + Amortisation)

Mindestwert für Bankfinanzierung: DCR ≥ 1.0–1.2

Beispielrechnung — MFH mit 8 Wohnungen

Objekt: Mehrfamilienhaus, 8 Wohnungen, Kaufpreis CHF 2400000, Kanton Aargau. Eigenkapital CHF 720000 (30%), Hypothek CHF 1680000 bei 2.5%.

  • Jahresnettomiete total: CHF 120000 (8 × CHF 1500/Monat)
  • Bruttorendite: CHF 120000 ÷ CHF 2400000 = 5.0%
  • Betriebskosten (Leerstand 3%, Unterhalt 1% Kaufpreis, Verwaltung 4%): CHF 34800
  • Nettomieteinnahmen: CHF 85200
  • Nettorendite: CHF 85200 ÷ CHF 2400000 = 3.55%
  • Hypothekarzins: CHF 42000/Jahr
  • Amortisation (1%): CHF 16800/Jahr
  • DCR: CHF 85200 ÷ CHF 58800 = 1.45 (gut)
  • Cashflow nach Schuldendienst: CHF 26400/Jahr
  • Eigenkapitalrendite: CHF 26400 ÷ CHF 720000 = 3.67%

Risiken bei Renditeliegenschaften

  • Leerstandsrisiko: Leerstehende Wohnungen bedeuten Mietausfall. In Agglomerationen und Städten ist die Nachfrage stabil; in ländlichen Gebieten besteht höheres Risiko. Leerstandsreserve von 3–5% einplanen.
  • Unterhaltsrisiko: Ältere Gebäude benötigen mehr Unterhalt. Grosse Sanierungen (Fassade, Heizung, Dach) können CHF 50000–200000+ kosten. Zustandsanalyse vor Kauf ist entscheidend.
  • Zinsrisiko: Steigende Hypothekarzinsen reduzieren den Cashflow und die Eigenkapitalrendite. Bei variablen Hypotheken kann der Schuldendienst stark ansteigen.
  • Regulierungsrisiko: Mieterrecht, Mietpreisdeckelungen (Referenzzins) und kommunale Wohnungsschutzregeln können Mieterhöhungen einschränken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Banken verlangen 25–35% Eigenkapital für Renditeliegenschaften. Die Belehnungshöhe richtet sich nach dem Ertragswert (kapitalisierten Mieteinnahmen), nicht nur nach dem Kaufpreis. Die Tragbarkeit wird über den DCR (Schuldendeckungsgrad) geprüft. Oft werden Renditeliegenschaften über Holdingstrukturen oder GmbH gehalten, um Steuern zu optimieren.

Der hypothekarische Referenzzinssatz ist ein vom Bund quartalsweise festgelegter Durchschnittszinssatz aller ausstehenden Hypotheken. Er bestimmt, ob Mieten erhöht oder gesenkt werden können. Bei einer Erhöhung um 0.25% darf die Miete um ca. 3% erhöht werden. Bei einer Senkung müssen Mieter eine Mietzinsreduktion verlangen können. Für Investoren ist der Referenzzinssatz eine Schlüsselgrösse für die langfristige Mietplanung.

Renditeliegenschaften können eine attraktive Ergänzung zur AHV und PK sein. Vorteile: Sachwert, Inflationsschutz, laufende Erträge. Nachteile: Geringe Liquidität (Immobilien sind nicht kurzfristig verkaufbar), Klumpenrisiko (grosser Teil des Vermögens in einem Asset), hoher Verwaltungsaufwand. Für viele private Investoren ist ein professionell verwaltetes Mehrfamilienhaus aber eine bewährte Altersvorsorge.

Im Privatvermögen: Mieteinnahmen werden als Einkommen besteuert (progressiv). Über GmbH/AG: Mieteinnahmen unterliegen der Gewinnsteuer (proportional, ca. 12–20%). Bei hohen Einkommen kann die GmbH steuerlich günstiger sein. Nachteil GmbH: Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf fällt weg (im Privatvermögen gilt die Grundstückgewinnsteuer, bei langer Haltedauer sinkt sie). Steuerberater konsultieren.

Als Faustregel gilt 1–1.5% des Gebäudewerts pro Jahr für den laufenden Unterhalt. Bei einem MFH im Wert von CHF 1500000 sind das CHF 15000–22500/Jahr. Grössere Renovationen (Fassade, Heizung, Fenster) kommen zusätzlich und unregelmässig. Für Neubauten ist der Unterhalt in den ersten 10–15 Jahren tiefer, danach steigt er an. Ein detaillierter Erneuerungsplan sollte beim Kauf geprüft werden.

Datenquellen: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV), Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Nationalbank (SNB), Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Stand: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — Haftungsausschluss.

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