Liquiditätsplanungs-Rechner Schweiz
Liquiditätsplanung für Schweizer KMU: Cashflow-Plan mit AHV-Quartalsfälligkeiten und MwSt-Terminen, Soll-Ist-Vergleich und Liquiditätskennzahlen (Grad 1–3, Quick Ratio) — kostenlos online.
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So verwenden Sie den Liquiditätsplanungs-Rechner
Der Rechner umfasst drei Bereiche für eine vollständige Liquiditätsplanung nach Schweizer Standard.
- Tab "Plan-Rechnung": Geben Sie monatliche Ein- und Auszahlungen, AHV/BVG und MwSt-Zahlungen ein. Der Rechner simuliert den Liquiditätsverlauf über den gewählten Planungshorizont (3, 6 oder 12 Monate) und berücksichtigt automatisch quartalsweise Fälligkeiten.
- Tab "Soll-Ist-Vergleich": Vergleichen Sie Plan- mit Ist-Werten des laufenden Monats. Sofortige Visualisierung von Abweichungen.
- Tab "Kennzahlen": Berechnet Liquiditätsgrad 1, 2 und 3 sowie den Quick Ratio aus Ihren Bilanzwerten. Zeigt, ob Ihr Unternehmen die Bankstandards erfüllt.
Schweizer Liquiditäts-Benchmark für KMU
Liquiditätsgrad 1 (Cash Ratio):
LG1 = Flüssige Mittel / Kurzfristige Verbindlichkeiten × 100
Soll: ≥ 20% | Gut: ≥ 50%
Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio / Acid Test):
LG2 = (Flüssige Mittel + Forderungen) / KV × 100
Soll: ≥ 100% | Gut: ≥ 120%
Liquiditätsgrad 3 (Current Ratio):
LG3 = Umlaufvermögen / KV × 100
Soll: ≥ 150% | Gut: ≥ 200%
Net Working Capital (NWC):
NWC = Umlaufvermögen − Kurzfristige Verbindlichkeiten
Positiv = gesund, Negativ = Achtung
Rechenbeispiel: Basler Produktionsbetrieb
Bilanzauszug:
- Flüssige Mittel: CHF 120000
- Forderungen L+L: CHF 240000
- Vorräte: CHF 180000
- Gesamtes Umlaufvermögen: CHF 560000
- Kurzfristige Verbindlichkeiten: CHF 310000
Ergebnis:
- LG1: 38.7% — gut (≥ 20%)
- LG2: 116.1% — gut (≥ 100%)
- LG3: 180.6% — gut (≥ 150%)
- Quick Ratio: 1.16 — gut (≥ 1.0)
- Net Working Capital: CHF 250000 — positiv
Fazit: Solide Liquiditätssituation. Banken würden einen Kredit wahrscheinlich genehmigen.
Liquiditätsplanung im Schweizer KMU-Kontext
Die Schweizer Revisionsstandards (PS 920) und die Anforderungen der Kantonalbanken verlangen von KMU eine regelmässige Liquiditätsplanung. Für Kreditentscheide prüfen UBS, Raiffeisen und Kantonalbanken primär den Quick Ratio (LG2) und den Net Working Capital.
Besonderheiten des Schweizer Zahlungsrhythmus
Schweizer KMU haben im Jahresverlauf mehrere planbare Liquiditätsspitzen: Q1 (März/Februar): AHV-Quartalszahlung + MwSt. Q2 (Juni/Mai): AHV + MwSt. Q3 (September/August): AHV + MwSt. Q4 (Dezember/November): AHV + MwSt + 13. Monatslohn + Jahresabschlusskosten. Durch monatliche Rückstellungen lassen sich diese Spitzen glätten.
Kreditlinie als Liquiditätspuffer
Schweizer Banken bieten KMU Kontokorrentkredite (Kreditlinie) typischerweise zu SARON + 1.5–3.5% Marge an. Als Faustregel: Kreditlinie = 2 Monatsumsätze. Wichtig: Die Linie muss vor dem Engpass beantragt werden — Banken genehmigen keine Notfallkredite in Liquiditätskrisen.
Häufige Fragen zur Liquiditätsplanung
LG1 (Cash Ratio): Flüssige Mittel / KV × 100 — Soll ≥ 20%. LG2 (Quick Ratio): (FM + Forderungen) / KV × 100 — Soll ≥ 100%. LG3 (Current Ratio): Umlaufvermögen / KV × 100 — Soll ≥ 150%. Je höher, desto sicherer — aber zu hohe Liquidität bedeutet ungenutztes Kapital.
AHV/IV/EO: Quartalsweise an die Ausgleichskasse, fällig März, Juni, September, Dezember. BVG: je nach PK-Reglement monatlich oder quartalsweise. AHV-Beiträge 2026: 10.6% gesamt (je AN und AG). Monatliche Rückstellung dringend empfohlen.
Quartalsabrechner: 60 Tage nach Quartalsende (ca. 30. Mai, 30. August, 30. November, 28. Februar). Halbjährlich: 30. August und 28. Februar. MwSt-Normalsatz 2026: 8.1%.
Quick Ratio = (Flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten. Wert ≥ 1.0 ist gut, 0.8–1.0 akzeptabel, < 0.8 kritisch. Er zeigt, ob das Unternehmen ohne Lagerverkauf liquide bleibt.
Monatlich Ist-Werte aus Buchhaltung (z.B. Abacus, Bexio) entnehmen, mit Planwerten vergleichen, Abweichungen analysieren und Prognose anpassen. Der Tab "Soll-Ist-Vergleich" zeigt Ihnen sofort, wo die grössten Abweichungen liegen.