Liquiditätsplanungs-Rechner Schweiz

Liquiditätsplanung für Schweizer KMU: Cashflow-Plan mit AHV-Quartalsfälligkeiten und MwSt-Terminen, Soll-Ist-Vergleich und Liquiditätskennzahlen (Grad 1–3, Quick Ratio) — kostenlos online.

Von der Redaktion darlehenrechner.ch · Aktualisiert: 16. April 2026

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AHV/IV/EO: AN+AG ≈ 10.6% des Lohns. BVG: je nach Altersklasse 7–18%. Zahlung quartalsweise an SVA.
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Normalsatz 8.1%. Fällig 60 Tage nach Quartalsende (quartalsweise Abrechner) oder 30 Tage (halbj.).
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Fällig typischerweise mit November-Lohn. Rückstellung monatlich 1/12 empfohlen.
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End-KontostandCHF 161'000
Gesamte EinzahlungenCHF 720'000
Gesamte AuszahlungenCHF 639'000
Netto-CashflowCHF 81'000
Minimum-LiquiditätCHF 80'000
Min. inkl. KreditlinieCHF 130'000
LiquiditätsstatusAusreichend

✓ Kostenlos · Keine Registrierung · Berechnung lokal im Browser · Keine Daten gespeichert

So verwenden Sie den Liquiditätsplanungs-Rechner

Der Rechner umfasst drei Bereiche für eine vollständige Liquiditätsplanung nach Schweizer Standard.

  1. Tab "Plan-Rechnung": Geben Sie monatliche Ein- und Auszahlungen, AHV/BVG und MwSt-Zahlungen ein. Der Rechner simuliert den Liquiditätsverlauf über den gewählten Planungshorizont (3, 6 oder 12 Monate) und berücksichtigt automatisch quartalsweise Fälligkeiten.
  2. Tab "Soll-Ist-Vergleich": Vergleichen Sie Plan- mit Ist-Werten des laufenden Monats. Sofortige Visualisierung von Abweichungen.
  3. Tab "Kennzahlen": Berechnet Liquiditätsgrad 1, 2 und 3 sowie den Quick Ratio aus Ihren Bilanzwerten. Zeigt, ob Ihr Unternehmen die Bankstandards erfüllt.

Schweizer Liquiditäts-Benchmark für KMU

Liquiditätsgrad 1 (Cash Ratio):

LG1 = Flüssige Mittel / Kurzfristige Verbindlichkeiten × 100
Soll: ≥ 20% | Gut: ≥ 50%

Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio / Acid Test):

LG2 = (Flüssige Mittel + Forderungen) / KV × 100
Soll: ≥ 100% | Gut: ≥ 120%

Liquiditätsgrad 3 (Current Ratio):

LG3 = Umlaufvermögen / KV × 100
Soll: ≥ 150% | Gut: ≥ 200%

Net Working Capital (NWC):

NWC = Umlaufvermögen − Kurzfristige Verbindlichkeiten
Positiv = gesund, Negativ = Achtung

Rechenbeispiel: Basler Produktionsbetrieb

Bilanzauszug:

  • Flüssige Mittel: CHF 120000
  • Forderungen L+L: CHF 240000
  • Vorräte: CHF 180000
  • Gesamtes Umlaufvermögen: CHF 560000
  • Kurzfristige Verbindlichkeiten: CHF 310000

Ergebnis:

  • LG1: 38.7% — gut (≥ 20%)
  • LG2: 116.1% — gut (≥ 100%)
  • LG3: 180.6% — gut (≥ 150%)
  • Quick Ratio: 1.16 — gut (≥ 1.0)
  • Net Working Capital: CHF 250000 — positiv

Fazit: Solide Liquiditätssituation. Banken würden einen Kredit wahrscheinlich genehmigen.

Liquiditätsplanung im Schweizer KMU-Kontext

Die Schweizer Revisionsstandards (PS 920) und die Anforderungen der Kantonalbanken verlangen von KMU eine regelmässige Liquiditätsplanung. Für Kreditentscheide prüfen UBS, Raiffeisen und Kantonalbanken primär den Quick Ratio (LG2) und den Net Working Capital.

Besonderheiten des Schweizer Zahlungsrhythmus

Schweizer KMU haben im Jahresverlauf mehrere planbare Liquiditätsspitzen: Q1 (März/Februar): AHV-Quartalszahlung + MwSt. Q2 (Juni/Mai): AHV + MwSt. Q3 (September/August): AHV + MwSt. Q4 (Dezember/November): AHV + MwSt + 13. Monatslohn + Jahresabschlusskosten. Durch monatliche Rückstellungen lassen sich diese Spitzen glätten.

Kreditlinie als Liquiditätspuffer

Schweizer Banken bieten KMU Kontokorrentkredite (Kreditlinie) typischerweise zu SARON + 1.5–3.5% Marge an. Als Faustregel: Kreditlinie = 2 Monatsumsätze. Wichtig: Die Linie muss vor dem Engpass beantragt werden — Banken genehmigen keine Notfallkredite in Liquiditätskrisen.

Häufige Fragen zur Liquiditätsplanung

LG1 (Cash Ratio): Flüssige Mittel / KV × 100 — Soll ≥ 20%. LG2 (Quick Ratio): (FM + Forderungen) / KV × 100 — Soll ≥ 100%. LG3 (Current Ratio): Umlaufvermögen / KV × 100 — Soll ≥ 150%. Je höher, desto sicherer — aber zu hohe Liquidität bedeutet ungenutztes Kapital.

AHV/IV/EO: Quartalsweise an die Ausgleichskasse, fällig März, Juni, September, Dezember. BVG: je nach PK-Reglement monatlich oder quartalsweise. AHV-Beiträge 2026: 10.6% gesamt (je AN und AG). Monatliche Rückstellung dringend empfohlen.

Quartalsabrechner: 60 Tage nach Quartalsende (ca. 30. Mai, 30. August, 30. November, 28. Februar). Halbjährlich: 30. August und 28. Februar. MwSt-Normalsatz 2026: 8.1%.

Quick Ratio = (Flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten. Wert ≥ 1.0 ist gut, 0.8–1.0 akzeptabel, < 0.8 kritisch. Er zeigt, ob das Unternehmen ohne Lagerverkauf liquide bleibt.

Monatlich Ist-Werte aus Buchhaltung (z.B. Abacus, Bexio) entnehmen, mit Planwerten vergleichen, Abweichungen analysieren und Prognose anpassen. Der Tab "Soll-Ist-Vergleich" zeigt Ihnen sofort, wo die grössten Abweichungen liegen.

Datenquellen: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV), Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Nationalbank (SNB), Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Stand: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — Haftungsausschluss.

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