Lagerkosten Rechner Schweiz
Berechnen Sie Ihre Lagerhaltungskosten, die optimale Bestellmenge (EOQ) und den Bestellpunkt — mit Schweizer Mietpreisen und Kapitalbindungszins. Für KMU, Handel und Industrie.
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So verwenden Sie den Lagerkosten-Rechner
- Tab "Lagerkosten total": Geben Sie Lagerwert, Fläche, Mietkosten, Personal, Versicherung, Kapitalbindungszins und Schwund ein. Ergebnis: Gesamtkosten und Lagerhaltungskostensatz als Benchmarking-Kennzahl.
- Tab "Optimale Bestellmenge": Berechnet nach der Wilson-Formel (EOQ) die kostenminimale Bestellmenge, Bestellhäufigkeit und Bestellpunkt inklusive Sicherheitsbestand.
- Tab "Vergleich": Vergleicht Ihre aktuelle Bestellmenge mit der optimalen EOQ und zeigt das Einsparpotenzial in CHF.
Die EOQ-Formel (Wilson-Formel)
EOQ = √(2 × D × S / H)
D = Jahresbedarf (Stück)
S = Bestellkosten pro Bestellung (CHF)
H = Lagerhaltungskosten pro Einheit pro Jahr = Einstandspreis × Lagerkostensatz
Beispiel: D = 5000, S = CHF 150, P = CHF 40, h = 20%
H = 40 × 0.20 = CHF 8/Stk/Jahr
EOQ = √(2 × 5000 × 150 / 8) = 433 Einheiten
Anzahl Bestellungen: 5000 / 433 = ca. 11.5x/Jahr
Rechenbeispiel: Elektrohändler Bern
Ausgangslage:
- Lagerfläche: 500 m², Miete Bern: CHF 10/m²/Monat
- Lagerwert: CHF 350000 (Elektronikprodukte)
- Personal: CHF 80000/Jahr (2 Teilzeit)
- Kapitalbindungszins: 5%, Versicherung: 0.3%, Schwund: 1%
Ergebnis Lagerkosten:
- Miete: CHF 60000/Jahr
- Kapitalbindung: CHF 17500/Jahr
- Personal: CHF 80000/Jahr
- Versicherung + Schwund: CHF 4550/Jahr
- Total: CHF 162050/Jahr → 46.3% Lagerkostensatz (zu hoch!)
Empfehlung: Lagerfläche optimieren oder Lagerumschlag erhöhen.
Lageroptimierung für Schweizer KMU
Schweizer Lagerkosten sind aufgrund der hohen Miet- und Personalkosten im internationalen Vergleich überdurchschnittlich. Gleichzeitig erlauben die kurzen Distanzen innerhalb der Schweiz und die gute Infrastruktur höhere Bestellfrequenzen und kleinere Sicherheitsbestände.
Massnahmen zur Lagerkostenreduktion
- EOQ-Optimierung: Bestellmengen auf die wirtschaftliche Losgrösse ausrichten
- Konsignationslager: Lieferant lagert Waren beim Käufer — kein Kapitalbindungsrisiko bis zur Entnahme
- Cross-Docking: Direkte Weiterleitung ohne Einlagerung — reduziert Lagerfläche und -kosten
- ABC-Analyse: A-Güter (hoher Wert) mit niedrigem Bestand, C-Güter mit höheren Sicherheitsbeständen
- Digitales Lagerverwaltungssystem (WMS): Reduziert Fehler, Suchzeiten und Schwund
Lagermieten in der Schweiz (2026)
Logistik- und Lagerflächen (Mietrichtwerte inkl. Nebenkosten): Zürich/Flughafen: CHF 15–22/m²/Monat, Genf: CHF 14–20/m², Basel (Logistik-Hub): CHF 10–15/m², Mittelland (Bern, Olten, Luzern): CHF 8–13/m², Peripherie/Ostschweiz: CHF 5–9/m². Im Vergleich dazu: Süddeutschland EUR 4–8/m², Österreich EUR 4–7/m².
Häufige Fragen zu Lagerkosten
Der Lagerhaltungskostensatz liegt typischerweise bei 15–30% des Lagerwerts pro Jahr. Zusammensetzung: Kapitalbindung 4–8%, Miete 3–8%, Personal 3–6%, Versicherung 0.1–0.5%, Schwund 0.5–2%. Schweizer Logistikflächen: Zürich CHF 15–20/m², Mittelland CHF 8–12/m².
EOQ = √(2 × Jahresbedarf × Bestellkosten / Lagerhaltungskosten pro Einheit). Die EOQ minimiert die Summe aus Bestell- und Lagerhaltungskosten. Bei EOQ sind Bestellkosten = Lagerhaltungskosten (gleichgewichtig).
Bestellpunkt = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand. Bei Unterschreitung dieses Bestands wird die nächste Bestellung ausgelöst. Beispiel: 5000 Stk/Jahr, 14 Tage Lieferzeit, 7 Tage Sicherheit → Bestellpunkt = 288 Stk.
Kapitalbindungskosten = im Lager investiertes Kapital × Opportunitätszinssatz. Bei CHF 500\'000 Lagerwert und 5% Zinssatz = CHF 25\'000/Jahr Opportunitätskosten. Massnahmen: EOQ-Optimierung, Konsignationslager, schnellere Lagerumschläge.
Richtwerte nach Branche: Lebensmittelhandel 20–52x/Jahr, Elektronik 6–12x, Maschinenbau 4–8x, Mode 4–6x. Umschlagshäufigkeit = Jahresumsatz (EK) / Ø Lagerwert. Höhere Umschlagshäufigkeit = weniger gebundenes Kapital, aber höhere Bestellkosten.